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Organspende: Eine Entscheidung, die Leben retten kann

Mit einer Organspende kann schwer kranken Menschen geholfen und in vielen Fällen sogar das Leben gerettet werden. Dennoch gehört das Thema für viele Menschen zu den schwierigsten Fragen der persönlichen Vorsorge. Oft bestehen Unsicherheiten rund um den Ablauf, medizinische Voraussetzungen oder die eigene Entscheidungsfreiheit.

Dabei kann eine dokumentierte Entscheidung nicht nur Klarheit für Angehörige schaffen, sondern auch dabei helfen, den eigenen Willen im Ernstfall eindeutig festzuhalten.

Dieser Artikel ist eine aktualisierte Version unseres Ratgeberbeitrages Organspende - Wissenswertes und Deine Entscheidungshilfe von September 2020.

Warum Organspende so wichtig ist

In Deutschland warten jedes Jahr tausende Menschen auf ein Spenderorgan. Für viele Betroffene ist eine Transplantation die einzige Möglichkeit auf ein längeres oder überhaupt ein weiteres Leben. Gleichzeitig stehen deutlich weniger Spenderorgane zur Verfügung als benötigt werden.

Die Organspende kann daher einen entscheidenden Beitrag leisten, um Leben zu retten und schwer kranken Menschen eine bessere Lebensqualität zu schenken.

Welche Organe können gespendet werden?

Nach dem Tod können verschiedene Organe und Gewebe gespendet werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Herz
  • Lunge
  • Leber
  • Nieren
  • Bauchspeicheldrüse
  • Darm
  • Gewebe wie Haut, Knochen oder Hornhaut

Dabei kann individuell festgelegt werden,

  • ob alle Organe gespendet werden sollen,
  • nur bestimmte Organe freigegeben werden,
  • oder eine Organspende grundsätzlich ausgeschlossen wird.

Wer kann Organspender werden?

Grundsätzlich kommt fast jede Person als Organspender infrage. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der gesundheitliche Zustand der Organe zum Zeitpunkt der möglichen Spende.

Viele Erkrankungen schließen eine Organspende nicht automatisch aus. Ob eine Spende medizinisch möglich ist, wird immer individuell geprüft.

Wann ist eine Organspende möglich?

Eine Organspende nach dem Tod ist in Deutschland nur unter strengen gesetzlichen Voraussetzungen erlaubt. Voraussetzung ist der sogenannte Hirntod – der endgültige und nicht behebbare Ausfall aller Hirnfunktionen.

Der Hirntod muss von zwei unabhängigen Ärzten eindeutig festgestellt werden. Erst danach darf geprüft werden, ob eine Zustimmung zur Organspende vorliegt.

In Deutschland gilt die sogenannte Entscheidungslösung. Das bedeutet: Eine Organentnahme ist nur erlaubt, wenn eine ausdrückliche Zustimmung dokumentiert wurde oder Angehörige den mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person bestätigen können.

Wie läuft eine Organspende ab?

Kommt ein Mensch nach einem schweren Unfall oder einer schweren Erkrankung als Organspender infrage, prüfen Ärzte zunächst die medizinischen Voraussetzungen. Voraussetzung für eine Organspende ist der eindeutig festgestellte Hirntod.

Liegt eine Zustimmung zur Organspende vor – etwa durch einen Organspendeausweis oder einen Eintrag im Organspende-Register – wird der mögliche Spender an die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) gemeldet. Sie koordiniert in Deutschland den Ablauf der Organspende.

Anschließend wird untersucht, welche Organe für eine Transplantation geeignet sind. Die Vermittlung erfolgt über die gemeinnützige Stiftung Eurotransplant nach festen medizinischen Kriterien. Dabei werden unter anderem Dringlichkeit, Erfolgsaussichten und medizinische Übereinstimmungen berücksichtigt.

Die Organentnahme selbst erfolgt unter sterilen Bedingungen in einer Operation. Danach wird der Körper würdevoll versorgt und an die Angehörigen beziehungsweise das Bestattungsunternehmen übergeben. Eine Abschiednahme am offenen Sarg ist in der Regel weiterhin möglich.

Organspendeausweis, Organspende-Register oder Organspende-Tattoo?

Die Entscheidung zur Organspende kann auf unterschiedliche Weise dokumentiert werden.

Der Organspendeausweis

Der klassische Organspendeausweis lässt sich unkompliziert ausfüllen und jederzeit ändern. Er passt ins Portemonnaie und hilft dabei, den eigenen Willen klar festzuhalten.

Der Organspendeausweis kann kostenlos im DELA Familienschutz heruntergeladen werden.

Das digitale Organspende-Register

Zusätzlich gibt es seit 2024 das zentrale Organspende-Register. Dort kann die Entscheidung digital gespeichert werden. Der Eintrag ist freiwillig, kostenlos und jederzeit änderbar oder widerrufbar.

Unabhängig davon ist es sinnvoll, Angehörige über die eigene Entscheidung zu informieren. Das kann im Ernstfall entlasten und Missverständnisse vermeiden.

Organspende-Tattoo

Das Organspende-Tattoo ist ein persönliches Statement und symbolisiert die Bereitschaft zur Organspende. Es wurde vom Verein Junge Helden e. V. ins Leben gerufen, ist jedoch rechtlich nicht bindend. Das Motiv zeigt ein „O“ für „Organ“, darunter zwei versetzt Halbkreise. Der Halbkreis in der Mitte kann als „D“ für „Donor“ (englisch: „Spender, Spenderin“) gelesen werden. Die beiden Halbkreise, die gemeinsam wieder ein Ganzes ergeben, symbolisieren außerdem das Geschenk des Lebens: die Organspende.

Wichtig! Das Tattoo ersetzt keinen Organspendeausweis und sollte stets durch eine schriftliche Erklärung ergänzt werden.

Häufige Sorgen rund um die Organspende

Wird im Krankenhaus trotzdem alles getan, um Leben zu retten?

Ja. Die medizinische Versorgung und Lebensrettung haben immer oberste Priorität. Die Teams, die Patienten behandeln, sind organisatorisch getrennt von den Bereichen der Organtransplantation.

Sieht man nach einer Organspende äußerliche Veränderungen?

Die Organentnahme erfolgt unter medizinischen Standards wie eine Operation. Der Körper wird anschließend würdevoll versorgt, sodass äußerlich in der Regel keine sichtbaren Veränderungen erkennbar sind.

Kann die Entscheidung später geändert werden?

Ja. Sowohl ein Organspendeausweis als auch ein Eintrag im Organspende-Register können jederzeit geändert oder widerrufen werden.

Häufig gestellte Fragen zur Organspende

Was ist der Unterschied zwischen Hirntod und Koma?

Der Hirntod bedeutet den vollständigen und irreversiblen Ausfall aller Hirnfunktionen. Ein Koma hingegen ist nicht mit dem Tod gleichzusetzen.

Gibt es eine Altersgrenze für Organspende?

Nein. Maßgeblich ist nicht das Alter, sondern der Zustand der Organe.

Können Angehörige eine Organspende verhindern?

Liegt keine dokumentierte Entscheidung vor, werden Angehörige nach dem mutmaßlichen Willen gefragt. Ist eine Zustimmung oder Ablehnung eindeutig dokumentiert, gilt dieser Wille.

Kostet eine Organspende Geld?

Nein. Weder für Spender oder Angehörige noch für Empfänger eines Spenderorgans entstehen Kosten. Das Transplantationsgesetz regelt, dass die DSO die Kosten vergütet.

Was passiert, wenn keine Entscheidung getroffen wurde?

In diesem Fall müssen Angehörige häufig in einer emotional belastenden Situation entscheiden, was vermutlich dem Wunsch der verstorbenen Person entsprochen hätte.

Organspende ist eine persönliche Entscheidung

Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist eine sehr persönliche Frage. Wichtig ist vor allem, sich bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen und den eigenen Willen festzuhalten.

Eine dokumentierte Entscheidung schafft im Ernstfall Klarheit für medizinisches Personal und für die eigenen Angehörigen.

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